Mittwoch, 12. November 2014

Ängste die mich begleiten

Während der Schwangerschaft lernt man ja immer wieder neue Ängste kennen. Eigentlich bin ich jemand der sich immer viele Gedanken und Sorgen macht. Tortzdem denke ich, dass ich eine ziemlich ruhige Schwangere bin.
Aber natürlich gibt es Momente in denen ich böse Gedanken zu lasse und Angst bekomme.
Am Anfang, bevor ich die 12. Woche erreicht hatte, hatte ich wie viele andere Angst vor einer Fehlgeburt.
Diese Angst wurde auch noch verstärkt... Denn Bastis Vater ist während der Zeit einfach tot umgefallen. Basti ist Rettungsassistent und wurde von seiner Mutter angerufen, dass er schnell zu ihnen kommen soll. Wir wollten eh grade in die Richtung und hatten schon Motorradkleidung an.
Basti reanimierte seinen eigenen Vater und ich funktionierte einfach nur irgendwie, stand an der Straße und wartete auf den Rettungswagen. Danach saß ich mit Bastis Mutter auf der Terasse und versuchte sie etwas zu beruhigen. Im Grunde war ich wie in vielen Stresssituationen die Ruhe selbst. Vielleicht weil ich mit dem Thema schon selber die Bekanntschaft machen musste -
mein Vater starb als ich fast 14 war.
Bastis Vater hat zum Glück überlegt, lag aber zwei Wochen im Koma und man wusste noch nicht ob und welche Schäden er davongetragen hat.
Natürlich war das großer Stress und ich hatte riesige Angst unseren Wurm zu verlieren. Ich konnte ihn ja noch nicht spüren und hatte am Anfang auch abundzu Blutungen.
Einerseits wollte ich mich um Basti und seine Familie kümmern, stark bleiben... Andererseits wollte ich das alles nicht so sehr an mich ranlassen. Als sein Vater im Koma lag hatten wir das erste große Screening, ein Tag an dem es nicht so "dunkel" war. Es war alles in bester Ordnung und wir waren sehr beruhigt.
Ich fuhr zwar jeden Tag mit ins Krankenhaus, ging aber nicht in das Zimmer, wollte mir den Anblick ersparen.
Gott sei Dank geht es ihm heute wieder gut. Er hat keine bleibenden Schäden davongetragen.
Und ich weiß, dass wir wohl einen zähen und starken Jungen bekommen werden :-)

Wobei ich mir auch heute, in der 32. SSW, noch manchmal Gedanken mache.
Sei es wegen Blutungen nach dem Sex (die leider mal vorkommen), Stress auf der Arbeit (zwischendurch musste ich zwei Kollegen vertreten) oder weil der Kleine mal einen Tag lang kaum ein Zeichen von sich gibt. Dafür habe ich dann ja den Angelsound mit dem ich die Herztöne hören kann. Meistens macht sich unser Baby aber schon bemerkbar, wenn die Gedanken gerade erst aufgekommen sind. Vielleicht liegt es an dem Adrenalin, das in den Körper strömt.

Zuletzt hatte ich Angst, dass er eine Frühgeburt wird. Wir sind ja eigentlich von der Entwicklung her schon über den Berg, aber es ist auch nicht nur die Angst, dass es ihm nicht gut gehen wird... Sondern auch, dass wir so plötzlich schon Eltern sind. Ich denke da bin ich mit meinen Gefühlen nicht allein. Jetzt habe ich noch ein Datum, von dem ich weiß, dass er sich dann wahrscheinlich auf den Weg machen würde. Es ist ja mehr oder weniger planbar. Auf dieses Datum habe ich mich seelisch eingestellt. Auch wenn ich davon ausgehe, dass er eher später kommt.
Wobei er drei Wochen voraus ist und laut der Ärztin auch etwas früher kommen könnte.
Beim ersten Kind wird man ja aber so oder so ins kalte Wasser geschmissen. Und egal wann er kommt, ich freue mich schon riesig auf ihn!

Die Ängste werden dann wohl andere sein. Wahrscheinlich wird man duch die Schwangerschaft auch einfach schon auf die neuen Ängste vorbereitet, die man mit einem Kind hat.

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